Wann kam der Berliner Bär
nach Travemünde?

Ältere Menschen werden sich an ihn erinnern: An den weißen Stein mit dem Abbild des Berliner Bären, der am Lindenrund am Übergang zum Brügmanngarten stand. Neben dem Berliner Bären zeigte er die Entfernung nach Berlin an: 322 km. Die Gedenksteine sollten an den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 erinnern und insbesondere an die geteilte Stadt Berlin.

Der damalige Verkehrsminister Hans-Christoph Seebohm machte sich die vom "Bund der Berliner und Freunde Berlins" getragene Aktion bundesweit zu Eigen und startete im Frühjahr 1954 eine Kampagne, wonach die Gedenksteine überall in der Bundesrepublik Deutschland aufgestellt werden sollten. Von vielen Mahnmalen ist bekannt, dass sie im Jahr 1954 errichtet wurden, aber die "Berliner Bärenfreunde" haben herausgefunden, dass der 100. Berliner Bär erst 1985 in Bad Vilbel auftauchte.

Fast wäre der Travemünder Berliner Bär unter die Räder gekommen. Als der Brügmanngarten 2004/2005 neu gestaltet wurde, sah man keine Notwendigkeit, den Bärenstein stehen zu lassen, lag doch das Datum der Wiedervereinigung schon fünfzehn Jahre zurück. Er kam ins Lager des Kurbetriebs Travemünde am Möwenstein, wo ihn Rudi Lichtenhagen, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Travemünde entdeckte. Er fragte Kurdirektor Uwe Kirchhoff, was er denn damit vorhabe, und der antwortete: "Nichts. Wollen Sie ihn haben?" Lichtenhagen wollte und ließ den Berliner Bären an der Straße "Auf dem Baggersand" an der Raiffeisenbank aufstellen. Er erhielt noch eine aktuelle Verwendung: Auf der Rückseite wurde ein Wegweiser zum nahe gelegenen Heimat-Museum angebracht.
Doch wann kam der von der Berliner Künstlerin Renée Sintenis gestaltete Bär nach Travemünde? Zeitzeugen wissen, dass er schon in der 60er Jahren am Brügmanngarten stand. Falls jemand Genaueres weiß, bittet die "Travemünde .Netz"-Redaktion um Mitteilung unter redaktion@travemuende-netz.de oder der Telefonnummer 04502 777805.
bs
Berliner Bärenfreunde e.V.

www.trave-netz.de

Quelle: Travemünde Netz

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